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Lerntipps und LernorganisationAktives Lernen – der Schlüssel zu Ihrem LernerfolgIhr Erfolg hängt trotz unserer Unterstützung in erster Linie von Ihnen ab. Lernen Sie deshalb aktiv! Behalten Sie die Übersicht. Stellen Sie sich zu Beginn jeder Lerneinheit bewusst die Frage, wo im Gedankengebäude Sie sich gerade befinden, woher Sie kommen und wohin die gedankliche Reise geht. Nutzen Sie das Inhaltsverzeichnis als Arbeitsinstrument, damit Sie die Übersicht jederzeit behalten und den Stoff von Anfang an im Zusammenhang verstehen. Diese Grundstruktur hilft Ihnen, später hinzukommendes (Detail-)Wissen zu integrieren. Teilen Sie die Lernarbeit ein. Versuchen Sie nicht alles auf einmal zu lernen. Unsere Aufmerksamkeitsspanne ist begrenzter, als wir uns wünschen. Sie tun sich keinen Dienst, wenn Sie alles auf einmal erarbeiten wollen. Beobachten Sie Ihre persönliche Konzentrationsspanne und organisieren Sie Ihre Lernarbeit danach. Kurze und regelmässige Lerneinheiten mit hoher Konzentration bringen die besten Resultate.
Verarbeiten Sie den Text. Wenn wir alles behalten könnten, was wir einmal gelesen haben, wäre Lernen kein Problem. Nur bedeutet Lesen
noch lange nicht Lernen. «Bloss» Gelesenes geht schnell wieder vergessen. Daher: Verarbeiten Sie den Text und – ganz wichtig – repetieren Sie. Machen Sie regelmässig Pausen. Trinken Sie ein Glas Wasser und bewegen Sie sich. Schon kleine Übungen versorgen Muskeln und Gehirn mit zusätzlicher Energie und entspannen Augen, Körper und Geist. Unter www.bluetrail.ch finden Sie Beispiele aus dem asiatischen Raum, unter www.die-praevention.de finden Sie zahlreiche Tipps sowie einfache Übungen, die Sie auch am Arbeitsplatz machen können. Prioritäten setzenOft hat man nicht genug Zeit, alles zu erledigen. Hier finden Sie einige Tipps, wie man Prioritäten setzt und Entscheidungen fällt.
Wenn man nicht genug Zeit hat, um alle Aufgaben zu erledigen, muss man Prioritäten setzen und folgende Entscheidungen fällen:
Die ABC-AnalyseDer ABC-Analyse liegt die Überlegung zugrunde, dass verschiedene Aufgaben einen unterschiedlichen Stellenwert haben: Um z. B. die Lebensziele zu erreichen, müssen einige unbedingt erfüllt werden, manche sollten erfüllt werden, andere können erfüllt werden, sind aber nicht entscheidend für die Verwirklichung des Lebensplans. Die Aufgaben, die unbedingt erfüllt werden müssen, werden als A-Aufgaben bezeichnet, die nächstwichtigen als B-Aufgaben, die eher untergeordneten heissen C-Aufgaben. Beispiel
Markus Braun möchte in eine leitende Position aufsteigen und überdurchschnittlich gut verdienen. Um diese Ziele zu verwirklichen, muss er die formale Qualifikation mitbringen, d.h., er muss
unbedingt sein Studium zum Betriebsökonom erfolgreich abschliessen. Das Studium ist für Markus Braun deshalb eine A-Aufgabe. Wenn klar ist, dass man in einem bestimmten Zeitraum nicht alle Aufgaben erfüllen bzw. nicht alle Termine wahrnehmen kann, sollte man also die A-Aufgaben zuerst erledigen, dann die B-Aufgaben angehen und sich zuletzt die C-Aufgaben vornehmen. Häufig lassen sich die C-Aufgaben jedoch auch delegieren, d.h., man kann andere mit der Erledigung dieser Aufgaben betrauen. BeispielMarkus Braun stellt fest, dass sein Haushalt regelmässig "zu kurz kommt", seitdem er sein Studium aufgenommen hat. Deshalb engagiert er eine Putzfrau, die einmal pro Woche die wichtigsten Hausarbeiten erledigt.
Die Einteilung in A-, B- und C-Aufgaben ist aber nicht immer so einfach wie in unserem Beispiel. Wenn Sie nicht genau wissen, welchen Stellenwert eine Aufgabe hat, helfen die folgenden Fragen weiter:
Das Eisenhower-PrinzipBeim Eisenhower-Prinzip erfolgt die Prioritätensetzung nach den Kriterien Wichtigkeit und Dringlichkeit. Diese Kriterien werden zum Massstab gemacht, weil im Alltag häufig dringende Aufgaben grossen Druck verursachen, selbst wenn sie weniger wichtig sind. Um in der Flut der dringenden Aufgaben die wichtigen nicht zu vernachlässigen, wurde das folgende Koordinatenkreuz entwickelt, das nach dem amerikanischen General und späteren Präsidenten der Vereinigten Staaten Dwight D. Eisenhower (1890-1969) benannt ist:
Entscheidungsraster des Eisenhower-Prinzips
Das Pareto-PrinzipNeben der ABC-Analyse und dem Eisenhower-Prinzip ist das Pareto-Prinzip eine weitere Methode, die die Prioritätensetzung erleichtert. Das Pareto-Prinzip geht auf den italienischen Volkswirtschaftler und Soziologen Vilfredo Pareto (1848-1923) zurück. Er fand Ende des 19. Jahrhunderts heraus, dass 20% der Bevölkerung Italiens 80% des Volksvermögens besassen. Das Verhältnis 20:80 taucht auch ausserhalb der Volkswirtschaftslehre in vielen Bereichen auf. So stellen beispielsweise Unternehmen fest, dass 20% ihrer Kunden 80% des Umsatzes machen oder dass auf 20% der Lagerartikel 80% des Lagerwerts entfallen. Bezogen auf das Zeitmanagement sagt das Pareto-Prinzip Folgendes aus: In 20% der aufgewendeten Zeit werden 80% der Ergebnisse erreicht. Umgekehrt gilt: In den übrigen 80% der Zeit werden nur 20% der Ergebnisse erreicht. Zur Verdeutlichung der Relationen betrachten Sie die folgende Grafik:
Pareto-Prinzip, bezogen auf die Zeit
Was bedeutet das Verhältnis 20:80 in der Praxis? Beispiel
Vanessa Meister hat die Aufgabe, ein Sitzungsprotokoll für den firmeninternen Gebrauch zu schreiben. Sie sieht ihre Notizen durch und verfasst ein knappes Protokoll, das die behandelten Themen,
die gefällten Entscheidungen und Termine enthält. Dazu benötigt Frau Meister eine halbe Stunde. Als sie das Protokoll ausdruckt, stellt sie fest, dass sie alle inhaltlichen Punkte korrekt
wiedergegeben hat, dass aber die Seitenaufteilung nicht optimal ist, dass sie Kursiv- und Fettschrift sowie Abstände vor und nach Absätzen uneinheitlich verwendet hat und dass man den einen
oder anderen Satz vielleicht umformulieren könnte. Ausserdem möchte sie prüfen, ob sie alle Regeln der neuen deutschen Rechtschreibung berücksichtigt hat. Die nächsten zwei Stunden verbringt
Frau Meister damit, das Protokoll formal zu optimieren, ohne inhaltlich etwas zu verbessern. Entscheiden heisst Prioritäten setzen. Es gibt verschiedene Kriterien, nach denen die Prioritätensetzung erfolgen kann. In der ABC-Analyse ist es die Frage nach den Konsequenzen, die die Erfüllung bzw. die Nicht-Erfüllung einer Aufgabe hat. Das Eisenhower- Prinzip teilt Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit ein. Das Pareto-Prinzip macht deutlich, dass für die angemessene Erledigung einer Aufgabe meist deutlich weniger Zeit benötigt wird als für die perfekte Erledigung.
Die Abschnitte zu Prioritäten setzen, ABC-Analyse, Eisenhower- und Pareto-Prinzip stammen aus: |
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Letzte Änderung: 15.04.10 |